„MAZEL TOV“ - eine jüdische Hochzeit feiert Premiere
Essen [ENA] 8. Mai 2012 - Auf dem Essener Weltkulturerbe Zollverein fand am 6. Mai 2012 vor 150 geladenen Gästen die Uraufführung des interkulturellen Theaterprojektes „Mazel Tov“, eine jüdische Hochzeit unter der Schirmherrschaft von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft statt.
Einblicke in jüdische Kultur und jüdisches Brauchtum soll "Mazel Tov" (viel Erfolg oder viel Glück) die einmalige authentische Inszenierung einer traditionellen jüdischen Hochzeit im 19. Jahrhundert geben. Und es ist ein Spiel ohne sichtbare Grenzen zwischen Schauspielern und Zuschauern, die selbst zum Bestandteil des Stückes werden. Geplant ist eine Deutschlandtournee. Erste Station ist der Gelsenkirchener Wissenschaftspark. Dort soll das Stück im Rahmen des 3. Internationalen Festivals „Klezmerwelten“ aufgeführt werden.
Geistiger Vater, Produzent und künstlerischer Leiter des ambitionierten Projektes ist Norbert Labatzki, freischaffender Künstler, Klezmer-Musiker sowie Performer und Aktionskünstler aus dem Ruhrgebiet, der unter anderem Mitte der 1990ziger Jahre eng mit dem im August 2010 verstorbenen Christoph Schliengensief zusammenarbeitete. Im künstlerischen Austausch suchten sie nach einer neuen Inszenierungsform, in der sich die Grenzen zwischen Publikum und Bühnenkünstlern aufheben und eine neue Dynamik der Dramaturgie entsteht. Die zündende Idee zu "Mazel Tov" kam Labatzki 2009 bei der Mitwirkung an "Anatevka" am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier.
„Da kam mir die Grundidee“, erzählt er. „Die Struktur meiner Inszenierung sollte ein Familienfest sein – und das Publikum wird Teil einer Festgemeinschaft, die mit am Tisch sitzt. Und da mein Herz der Klezmermusik gehört, war schnell klar: Es muss eine jüdische Hochzeit sein.“ - Die vier Säulen des Stücks sind: Theater, Tanz, Konzert und Essen. Theater ist die Inszenierung selbst, die professionellen Schauspielern den nötigen Halt gibt. Tanz ist Bestandteil einer Hochzeit, an der auch das Publikum mitwirken soll. Gruppentänze werden mit dem Publikum einstudiert. Und Musik? Live durch die Klezmergruppe „Badeken Di Kallah“.
Die Idee
Das Interesse an jüdischer Kultur nimmt erfreulich zu. Das Projekt „Mazel Tov“, eine jüdische Hochzeit ist deshalb von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung. Es bringt auf spielerische Art uralte jüdische Kultur einem interessierten Publikum nahe und trägt so zum besseren Verständnis und Miteinander der Kulturen bei. Die authentische Aufführung einer Hochzeit in einem jüdischen Stetl („Städtlein“) des 19. Jahrhunderts macht ein nichtjüdisches Publikum zu Gästen einer eindrucksvollen Zeremonie. - "Mazel Tov" soll Herz und Verstand des Publikums gleichermaßen ansprechen. So wartete Hochzeitsinzenierung mit vielen hochemotionalen Momenten auf:
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Die "Beweinung der Braut", bei der die Familie ihre Tochter verabschiedet. Mal traurig, mal ausgelassen, stets jedoch voller Gefühl sind die Klezmereinlagen der internationalen Formation Badeken di Kallah, die sich als roter Faden durch die "Hochzeit" zieht. Zudem werden den Gästen im Ablauf der Hochzeit auch die Hintergründe uralter jüdischer Riten erläutert. Frau Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, unterstützt dieses Projekt und führte bei der Uraufführung persönlich die Besucher durch das Programm. - Mehr Informationen unter: www.mazel-tov.net




















































