Keine Schuhe, um die Suppenküchen zu erreichen
Minsk [ENA] In einigen osteuropäischen Ländern hat die Kältederzeit noch viel schlimmer zugeschlagen als bei uns. Und sie trifft gerade die ärmsten Menschen dort besonders hart. Die österreichische Caritas Mitarbeiterin Sigried Spindlbeck ist zur Zeit in Weißrussland und berichtet aus der Hauptstadt Minsk, dass die Situation vor Ort dramatisch ist: Für dieses Wochenende werden bis zu minus 35 Grad erwartet.
Jeden Tag kommen rund 40 Menschen mit Erfrierungen in die Krankenhäuser, schon über 60 Menschen sind in Weißrussland erfroren. Dörfer sind teilweise von der Außenwelt abgeschnitten, unter der Kälte leiden vor allem Obdachlose, ältere alleinstehende Menschen und Familien mit vielen Kindern, die ohnehin vielfach in bitterer Armut leben müssen. In Kindergärten und Schulen ist teilweise nur ein Raum geheizt, die Kinder sitzen mit den Jacken in einem Raum. Die verzweifelte Lage der Menschen sei für uns kaum vorstellbar, so die Caritas-Mitarbeiterin. "Obdachlose Menschen schaffen es zum Teil gar nicht in die Armenküchen der Caritas, weil sie keine Schuhe haben und deshalb nicht kommen können".
Die Caritas hilft derzeit über 2000 Familien in den ärmsten Regionen des Landes mit der Verteilung von Brennholz und Briketts, Lebensmittelpaketen, Medikamenten sowie Winterkleidung und Schuhen, vor allem auch für Kinder. In den Armenküchen versorgt die Caritas die Menschen mit Essen. Insgesamt werden rund 8000 Mahlzeiten im Monat ausgegeben. Es ist jedoch noch viel mehr an Hilfe notwendig, um die Menschen, die unter der Kälte leiden, zu versorgen.




















































