Freitag, 18.05.2012 17:15 Uhr

Eurobarometer Umfrage zum Aktiven Altern

Verfasser: Gerhard Rippert (bxl) Brüssel, 29.01.2012, 14:31 Uhr
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Brüssel [ENA] Die meisten Europäer sind sich der demografischen Alters-Probleme bewusst, aber im Gegensatz zu Politikern und Experten darüber nicht übermäßig besorgt. So wird die Notwendigkeit, das Rentenalter in den nächsten beiden Jahrzehnten anzuheben, kaum anerkannt. Jedoch sind mehr als 40% der Europäer überzeugt, in ihrem derzeitigen Beruf nicht nur bis zum Alter von 65 sondern darüber hinaus arbeiten zu können.

In der Umfrage der Europäischen Kommission im Rahmen des Eurobarometers wurden über 26.700 Personen interviewt. Eine Mehrheit lehnt es ab, dass der Ruhestand an ein bestimmtes Alter geknüpft ist, vielmehr soll es erlaubt sein einfach weiter arbeiten zu dürfen. Ein Drittel der aktuell Berufstätigen würde gerne über die Altersgrenze, in dem Anspruch auf Ruhegehalt besteht, hinaus beruflich aktiv bleiben. Attraktiver als ein Vollruhestand erscheint fast zwei Drittel der Befragten die Möglichkeit, eine Teilzeit-Arbeit mit einer Teilrente zu verbinden. Demnach wird zwar eine Erhöhung des Rentenalters abgelehnt, aber dafür sind die Europäer offenbar bereit bei entsprechendem Angebot länger im Berufsleben zu bleiben.

Durch ehrenamtliche Arbeit leisten die älteren Bürger in Europa einen enormen Beitrag in der Gesellschaft. 27% der 55-Jährigen engagieren sich in einer Vielzahl von Organisationen und Aktivitäten bei durchschnittlich 14 Stunden pro Monat. Der Schwerpunkt liegt dabei in Pflegediensten, in der Versorgung von meist älteren Familienmitgliedern wie auch nicht zum Haushalt gehörenden Personen. Die Eurobarometer-Umfrage unterstreicht, dass Regierungen mehr tun können, um das individuelle Engagement in der Pflege zu unterstützen - durch finanzielle Leistungen sowie durch organisatorische Erleichterung, z.B. flexiblere Arbeitszeitmodelle im Beruf.

Jung wie alt sind mehrheitlich der Meinung dass ihr Land, ihre Region und Kommune "altersfreundlich" sind. Dennoch sind Verbesserungen angebracht, am häufigsten genannt wurden Einrichtungen für ältere Menschen um fit und gesund zu bleiben. Auch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln und in der Verkehrssicherheit sind Anpassungen notwendig. Den Einsatz der neuen Informationstechnologien im Dienstleistungssektor empfinden ältere Menschen als großes Hindernis in ihrer Kommunikation mit Behörden und Unternehmen. Eine Lösung der altersbezogenen Probleme sehen die Europäer vorrangig auf lokaler Ebene, unter konkreter Einbeziehung der älteren Menschen als unmittelbar Betroffene.

Die Eurobarometer-Umfrage zeigt, dass die Meinungen über die Altersgruppen hinweg sehr ähnlich sind, sich allerdings in den verschiedenen Ländern unterscheiden. Von daher können politische Entscheidungen zum aktiven Altern nur unter Berücksichtigung der jeweiligen sozialen und ökonomischen Gegebenheiten sowie der unterschiedlichen Denkweisen in der Bevölkerung getroffen werden.

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