Katja Kipping ist neue Linke-Chefin
Göttingen [ENA] 4. Juni 2012 - Die Bundestagsabgeordnete Katja Kipping (34) ist mit den baden-württembergischen Linke-Chef Riexinger neue Vorsitzende der Linkspartei. Der Parteitag in Göttingen wählte die 34-jährige sächsische Bundestagsabgeordnete am Samstagabend mit klarer Mehrheit.
Mit 67,1 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang wurde die sächsische Bundestagsabgeordnete Kipping in einer Kampfabstimmung gewählt. Damit setzte sie sich gegenüber der Hamburger Fraktionschefin Dora Heyenn, die 29,3 Prozent erhielt, durch. „Diese Gesellschaft braucht eine gemeinsam handelnde Linke“, sagte die 34-jährige Kipping mit Blick auf den Streit zwischen den Parteiflügeln. Sie wolle die Vision einer erneuerten Linken einbringen.
Von Oskars Gnaden
n einem spannenden zweiten Wahlgang gewann der 56-jährige Bernd Riexinger, der Vertreter des fundamentalistischen Flügels um Oskar Lafontaine, in einer Kampfabstimmung um den Vorsitz gegen den ostdeutschen Reformer und schärfsten Konkurrenten Dietmar Bartsch. Für den bisherigen baden-württembergischen Linke-Chef Riexinger stimmten 297 Delegierte, damit erhielt er 53,5 Prozent der Stimmen. Bartsch kam mit 251 Stimmen auf 45,2 Prozent. Die Enttäuschung bei den ostdeutschen Reformern über Bartschs Wahlniederlage war zwar groß, zu Trotzreaktionen kam es aber zunächst nicht.
Zuvor warnte der scheidende Parteichef Klaus Ernst zum Auftakt des Bundesparteitages am Samstagnachmittag vor dem Zerfall der Linken. Während Ex-Parteichef Lafontaine für die Fortsetzung des Projekts Die Linke warb, fand Fraktionschef Gysi eine faire Trennung im Notfall besser als Hass. Am späten Nachmittag hatte die nordrhein-westfälische Landeschefin Katharina Schwabedissen (39), die gemeinsam mit der fünf Jahre jüngeren Kipping für eine Doppelspitze kandidieren wollte, ihre Bewerbung zurückgezogen.
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Nach dem Machtkampf um die neue Doppelspitze hat die Linke auch eine neue Stellvertreter-Riege gewählt. Die vier Vize-Vorsitzenden sind Sahra Wagenknecht, Caren Lay, Jan van Aken und Axel Trost. Die stellvertretende Chefin Sahra Wagenknecht (42) hatte lange offengehalten, ob sie antritt. Doch nach dem ersten Wahlgang b am Samstagabend gab die Lebensgefährtin von Oskar Lafontaine bekannt, dass sie sich nicht um den zweiten Chefposten bewirbt. "Ich möchte nicht die Polarisierung auf die Spitze treiben, weil ich glaube, dass das unserer Partei nicht gut tut", sagte sie. Wagenknecht sprach sich dafür aus, eine neue Führung "jenseits der bisherigen Konfliktlinien" zu wählen.




















































