Mittwoch, 22.05.2013 12:30 Uhr

NRW-SPD mit Kantersieg, CDU-Debakel, FDP triumphiert

Verfasser: Martin Brand Düsseldorf, 17.05.2012, 21:50 Uhr
Presse-Ressort von: Martin Brand Bericht 5458x gelesen
Röttgen, Kraft, Moderatorin Schausten, Lindner
Röttgen, Kraft, Moderatorin Schausten, Lindner  Bild: Martin Brand

Düsseldorf [ENA] 14.05.2012 - Kantersieg für Rot-Grün, historische Schlappe für CDU, Triumph für FDP: Bei der NRW-Wahl haben Sozialdemokraten und Grüne gestern am Muttertag einen grandiosen Sieg mit einer komfortablen Mehrheit für Rot-Grün und ein dramatisches Warnsignal für Kanzlerin Angela Merkel gesetzt.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft kann laut Hochrechnungen von 39,2 Prozent (2010: 34,5) nun auf stabiler Basis weiter regieren. Die im Bund schwer angeschlagene FDP mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Lindner kehrt noch deutlicher (8,6 %) als vor einer Woche in Schleswig-Holstein in die Erfolgsspur zurück. Die Piraten (7,8 %) ziehen zum vierten Mal in Folge in ein Landes-parlament ein. Dafür muss sich die Linkspartei mit 2,5 Prozent (5,6) aus dem Parlament verabschieden. Das bedeutet eine komfortable Mehrheit für Rot-Grün.

Sylvia Löhrmann, die Grünen
FDP-Lindner mit 8,6 %
Paul (li), Schwabedissen,

CDU-Rötten mit Wahldebakel

Die NRW-CDU mit Norbert Röttgen stürzt in ihrer Geschichte an Rhein und Ruhr auf ihr Rekordtief. Röttgen trat nach dem Wahldebakel noch am Wahlabend als Landeschef zurück. Er ist damit wohl Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen zuvorgekommen. Denn die NRW-CDU und sicher auch im Bund sind erschüttert, angesichts der gravierenden Fehler, die der Rheinländer gemacht hat. Angefangen damit, dass er sich nicht voll zur Landespolitik bekannte bis dahin, dass er den Eindruck erweckte, er wolle die Verantwortung für die sich abzeichnende Niederlage auch bei Angela Merkel abladen.

Röttgen, Kraft, Lindner
Laumann (li) Laschet - CDU
NRW-Landtag

Mehr Fotoimpressionen unter http://www.nrw.tv/galerie

Auf Platz zwei steht unangefochten der Hoffnungsträger der FDP. Nachdem Wolfgang Kubicki in Schleswig Holstein der totgesagten liberalen Partei bereits wieder Leben eingehaucht hatte, sorgt Christian Lindner für eine dauerhafte Sauerstoffzufuhr. Dies nicht nur, weil er die am Boden liegende Partei aus dem Zwei-Prozent-Tief in überraschende Acht-Prozent-Höhen hievte. Der 33-Jährige gibt der FDP wieder eine personelle Perspektive. Nach der Enttäuschung über Parteichef Philipp Rösler setzen die Liberalen nun darauf, dass Lindner eine tragende Rolle für die FDP im Bund übernimmt.

Lindner beim Wahlkampf
Kraft beim WDR-Interview
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