Samstag, 11.02.2012 14:23 Uhr

Loveparade-Desaster – Auf der Spur der Schuldigen

Verfasser: Martin Brand , 26.07.2010, 14:51 Uhr
Presse-Ressort von: Martin Brand Bericht 681x gelesen

Tödliches Nadelöhr Die Raver wollten nur feiern, doch dann endete das Technofest in Duisburg in einer Massenpanik mit Toten und Verletzten. Vorläufige Bilanz: 19 Tote und über 340 Verletzte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Loveparade steht vor dem Aus. (Duisburg, Montag, 26. Juli 2010) Das Drama ereignete sich am späten Samstagnachmittag (24.7.) am Haupteingang des überfüllten Tunnels. Hunderttausende Menschen wollten auf dem Gelände des ehemaligen Duisburger Güterbahnhofs zu Technoklängen tanzen. Was fröhlich und bei strahlendem Sonnenschein begann, endet in einem Desaster:

Der einzige Zugang zu dem Veranstaltungsgelände, ein Tunnel, stellte sich als gefährliches Nadelöhr heraus. Während Menschen gleichzeitig versuchten, auf das Gelände zu kommen, drängten andere durch den Tunnel schon wieder hinaus. Die Schieberei endete in einer Massenpanik. Dabei starben 19 Menschen, über 340 Personen wurden verletzt und mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Nach ersten Angaben der Polizei wurden im Bereich des Tunnels "Menschen überrannt". Ermittlungen zur Klärung des genauen Unfallhergangs wurden durch die Staatsanwaltschaft eingeleitet.

Der Tunnel sollte ursprünglichen Planungen zufolge der einzige Zugang zum Loveparade-Gelände sein. Nach dem Unglück wurden laut Polizei alle Notausgänge des Areals geöffnet, die wegen der Loveparade für den Verkehr gesperrte Autobahn wurde als Fluchtweg freigegeben. Katastrophe am Nachmittag An der Loveparade nahmen nach Angaben der Organisatoren über den gesamten Tag verteilt 1,4 Millionen Menschen teil. 14 Hundertschaften der Polizei waren im Einsatz. Die erstmals 1989 in Berlin gestartete Loveparade fand damit nach einer Pause im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder statt.

Die Veranstaltung hatte am Samstag um 14 Uhr begonnen, die 15 Wagen („Floats“) tuckerten auf einen Rundkurs.

Zum Verhängnis wurde den Ravern, dass es nur einen einzigen Eingang gab, über den das Gelände zugänglich war mit fatalen Folgen - in eine langen Tunnel, zu dem Festgelände am alten Güterbahnhof führte, steckten viele junge Teilnehmer fest. Jugendliche überrannten einen mehrere Gitter, stürmten eine schmale ungesicherte Treppe und auf einen Mast, einige stürzten ab. Panik brach aus, in der Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, darunter auch Ausländer starben und mehr als 340 verletzt wurden.

Gedenken an die Todesopfer der Loveparade in Duisburg, Kerzen werden aufgestellt und Botschaften niedergelegt. Das Gelände am alten Güterbahnhof ist am Morgen nach der Tragödie menschenleer. Nur die Spurensicherung und Journalisten versammeln sich vor dem Tunnel, an dem gestern kurz nach 17 Uhr im Gedränge 19 Menschen ums Leben kamen und hunderte verletzt wurden. Übertragungswagen aller großer deutscher Fernseh-Sender sind vor Ort. Anwohner haben Kerzen und Blumen vor der Unfallstelle niedergelegt.

Hannelore Kraft trauert am Unglücksort NRW-Ministerpräsidentin Kraft (SPD) war nach Duisburg gekommen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Viele Journalisten waren gekommen und hofften, dass sich die Ministerpräsidentin zur Katastrophe und der Diskussion um die Schuldfrage äußern würde. Doch Kraft legte die Blumen nieder und verließ den Unglücksort wieder, ohne mit den Pressevertretern zu sprechen. Das Entsetzen über die Katastrophe stand der SPD-Politikerin ins Gesicht geschrieben.

"Warum?" - die Frage auf dem Schild beschäftigt derzeit alle, insbesondere die Staatsanwaltschaft. Die Verantwortlichen eilen am Montag zurück in die Krisenstäbe und im Laufe des Tages brachten viele Bürger ihre Trauer zum Ausdruck, indem sie am Unglückort Kerzen und Blumen niederlegten.

Die nächste Ruhr.2010-Großveranstaltung soll den Opfern der Loveparade-Katastrophe gewidmet werden. Das kündigte Mitorganisator Fritz Pleitgen, der auch auf der Pressekonferenz zugegen war, an. Es handelt sich um eine Aufführung der 8. Sinfonie von Gustav Mahler im Landschaftspark Duisburg am 12. September.

Mehr Berichte Fotos unter: brand.en-a.de und "My Gallery" Fotoanfragen: presse-brand@web.de Für Bildmaterial stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Jede private oder gewerbliche Veröffentlichung ist nur mit schriftlicher Genehmigung und deren Auftraggebern erlaubt.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.