Samstag, 11.02.2012 14:25 Uhr

Internationales Leichtathletikfest (ISTAF) mit Weltrekord

Verfasser: Martin Brand Berlin, 26.08.2010, 19:28 Uhr
Presse-Ressort von: Martin Brand Bericht 848x gelesen
Weltrekordler David Rudisha beim ISTAF Berlin 2010
Weltrekordler David Rudisha beim ISTAF Berlin 2010  Bild: Martin Brand

Berlin [ENA] 24. August 2010 - Rund 47 000 Zuschauern feiern insgesamt fünf deutsche Siege und ein Weltrekord. Geburtstagsständchen für Speerwerferin Christina Obergföll, Standing Ovations für Kenias Weltrekordler David Lekuta Rudisha und überraschendes Comeback von 800 Meter Weltmeisterin Caster Senmenya.

Beim Berliner Internationalen Stadionfest (ISTAF) durfte das großartige Publikum insgesamt fünf deutsche Siege feiern. Obergföll übertraf mit 67,57 Metern ihre Saison-Bestweite und bot den Zuschauern an ihrem 29. Geburtstag eine perfekt getimte Show. Lokalmatador Robert Harting stand ihr kaum nach und dominierte die Diskus-Konkurrenz mit 68,24 Metern, nach Lust und Laune. Für weitere deutsche Siege sorgten Hochspringerin Ariane Friedrich (1,97 Meter), Weitspringer Christian Reif (8,06 Meter) und Hammerwerferin Betty Heidler (75,35 Meter).

Obergföll mit Saison-Bestweite
Harting konkurrenzlos
Knallpink zum Siegessprung

Jedoch für das unbestrittene Highlight sorgte der 21 Jahre alte Kenianer David Lekuta Rudisha mit Weltrekord über 800 Meter.

Mit 1:41,09 Minuten unterbot Rudisha die bisherige Bestmarke seines einstigen Landsmannes, später für Dänemark startenden und inzwischen nicht mehr aktiven Wilson Kipketer um 2/100. Kipketer hatte den Rekord vor dreizehn Jahren in Köln aufgestellt. Mit 1:41,51 Minuten unlängst in Belgien war Rudisha endgültig in die Phalanx der Besten eingedrungen. Nun machte der Sohn von Daniel Rudisha, der 1968 in Mexiko zu Olympiasilber mit der 4 x 400-m-Staffel Kenias gelaufen war, sein Meisterstück. Er will jetzt Olympiasieger werden.

Semenya mit Comeback

800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya gelang auf Berlins blauer Tatarnbahn ein überraschendes Comeback. Die Südafrikanerin gewann im Berliner Olympiastadion die 800 Meter Frauenstrecke und blieb mit 1:59,90 erstmals seit ihrem WM-Sieg (2009) in Berlin unter zwei Minuten. Doch so richtig gefeiert wurde die Neuzehnjährige, um deren Geschlecht es Spekulationen gegeben hatte, nicht.

Semenya war wegen der Klärung ihrer Geschlechtszugehörigkeit bis am 6. Juli vom internationalen Leichtathletikverband IAAF gesperrt gewesen.

"Harte Zeit für mich"
"Ich bin kein Junge"
"Es war ein tolles Gefühl"

Die erst neuzehnjährige Caster Semenya war überwältigt: "Es war toll, wieder in Berlin zu sein. Jetzt bin ich glücklich, weil ich nach so langer Pause Fortschritte sehe. Es war eine harte Zeit für mich, aber jetzt lege ich wieder los. Ich bin kein Junge! Und damit ist das Thema für mich beendet.“

Friedrich siegt in knallpinken Schuhen

Sehr entspannt jedoch ohne Glanz gewann Ariane Friedrich (26) den Hochsprung-Wettkampf der Frauen. Das lag zum Einen auch an den größten Konkurrentinnen, die nicht dabei waren, und so kam es auch nicht zu einem Showdown, wie ihn Friedrich sich mit der Kroatin Blanka Vlasic bei der WM in Berlin geliefert hatte. Zum Anderen war der Wettkampf weit entfernt von der Klasse des Vorjahres-ISTAF, als Friedrich die 2,06 Meter übersprungen und damit den 18 Jahre alten Rekord von Heike Henkel gebrochen hatte.

Betty Heidler sorgte für erstklassige Stimmung

Tags zuvor hatte auf dem Nebenplatz des Olympiastadions Barcelona-Siegerin Betty Heidler mit ihrem Erfolg bei der EM-Revanche im Hammerwerfen bereits für eine erstklassige Einstimmung des deutschen Leichtatletik-Teams gesorgt. Mit 75,35 Metern setzte sie sich klar vor Weltmeisterin Anita Wlodarczyk aus Polen (74,43 Meter) durch.

Philippken ihr größter Fan
Siegerin Betty Heidler
Heidler in Siegerpose

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